Die Riede

Die kleinste Einheit im Weinbau.

Wer mit dem 43er bis zur Endstation gefahren ist, kennt die Szene: Die Straßenbahn nimmt zwei Mal eine scharfe Kurve und fährt dann die Alszeile entlang. Nordseitig liegt ein prachtvoller Weingarten, die Riede Alsegg: Hier wird mitten im 17. Bezirk Riesling angepflanzt. Die Rebstöcke gehören zum Weingut Mayer am Pfarrplatz und zum Stift St. Peter.

Seit 2016 sind alle 140 Rieden in Wien per Verordnung des Magistrats genau abgegrenzt und kartiert. Manche kleine Rieden gehören nur zu einem einzelnen Betrieb, andere umfassen etliche Grundstücke und werden von zehn oder mehr Winzern zugleich bewirtschaftet. Mit der Riedenkarte gibt es nun einheitliche Schreibweisen und Grenzen der Rieden. Denn die meisten Namen sind historisch und so haben sich im Lauf der Zeit oft unterschiedliche Schreibweisen etabliert. Damit die Konsumenten am Ende verbrieft bekommen, von welchem Hang ihr Wein stammt, gibt es die Riedenkarte.

Gleicher Boden, gleiches Klima

Eine Riede ist die kleinste Flächeneinheit im Weinbau. Die Grenzen einer Riede werden so gezogen, dass Boden und Klima für alle Rebstöcke einer Riede gleich sind. Nur damit ist sichergestellt, dass der Wein einer Riede jedes Jahr aufs Neue gleich schmeckt.

Der Winzer aus Grinzing Peter Uhler bewirtschaftet einen Teil der Riede Reisenberg: „Jeder Hang hat seine Abschnitte, alle paar Hundert Meter ändert sich die Bodenstruktur. Hier am Reisenberg findet man viele Schotterbänke und wenn man einen halben Meter runtergräbt, weißen Meeressand. Der Riesling von hier hat eine kreidige, mineralische Struktur, wie man sie nur hier findet.“

Der benachbarte Nussberg am Abhang des Kahlenbergs ist schon mehr als nur eine Riede, er wird als Großlage bezeichnet und in mehrere Rieden unterteilt: Unten, in der Nähe der Donau, ist das Klima feuchter. Hier gedeihen die Weine anders als 200 Höhenmeter weiter oben, wo sich die Kühle des Wienerwalds niederschlägt.

Die 140 Wiener Rieden im Stadtplan

Ausschnitt aus dem Stadtplan