Witterung trübte die Erntebilanz der LGV-Frischgemüse leicht

Pilotprojekt: Paradeiser und Gurken ganzjährig aus regionalem Anbau

Die LGV-Frischgemüse ist nach dem Vertriebszusammenschluss mit der SSG (Seewinkler Sonnengemüse) Österreichs größte Erzeugergemeinschaft für diese Produktsparte: Insgesamt ernteten die rund 150 Gärtnerfamilien bis Ende Oktober zirka 41.100 t frisches Gemüse und erwirtschafteten damit einen Umsatz von 75 Mio. Euro. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang, der vor allem auf die außergewöhnlich langen Kälteperioden in den ersten Monaten 2018 sowie den trockenen Hitzesommer zurückzuführen ist. Für ihre Innovationsarbeit wurde die LGV-Frischgemüse jüngst ausgezeichnet und ihr Gärtnergschäftl als "Bester Genussladen Wiens" prämiert.

"Dank der großen Vielfalt unserer Mitgliedsbetriebe können wir beste heimische Qualität bei mittlerweile 90 Sorten anbieten. Mit Raritäten, alten Sorten, aber auch mutigen und erfolgreichen Versuchen, wie beispielsweise erstem Ingwer aus Österreich, überzeugen unsere Produzenten die Partner und Kunden", so Josef Peck, LGV-Vorstand und SSG-Geschäftsführer. "Diese Partnerschaft werden wir in Zukunft weiter forcieren, mit einem innovativen Sortiment und attraktiven Produkten, die wir mit und für den Verbraucher entwickeln." Auch 2019 werden wieder einige Anbauversuche gestartet. Im Fokus steht dabei vordergründig der Geschmack der Gemüsesorten.

Ressourcenschonender Ganzjahresanbau für Paradeiser und Gurken

In der aktuellen Saison wird ein großer Schritt in der Innovationsarbeit gesetzt: Erstmals werden zwei Betriebe - Martin Flicker in Wien und Familie Herret in Niederösterreich - Gurken und Paradeiser ganzjährig anbieten. Der Anbau der beliebten Mini-Gurken und Paradiso Midi-Rispentomaten erfolgt laut Peck dank des Einsatzes einer innovativen Wärmeisolierung im Glashaus und eines geschlossenen Energiekreislaufes "ressourcenschonend". So war heuer zusätzliches Heizen bis vor wenigen Tagen noch nicht erforderlich. Zudem wird die effiziente Tröpfchenbewässerung mit einer Mischung aus Grund- und Regenwasser sowie dem rückgewonnenen Wasser eingesetzt.

Auch die Erzeugergemeinschaft selbst setzt auf höchstmögliche Energieeffizienz: Ihre Aufdach-Photovoltaikanlage - die größte in der Bundeshauptstadt - versorgt mit insgesamt 3.500 Solarpaneelen die Sortier- und Kühlanlagen mit sauberem Strom. Der ergänzend benötigte Energiebedarf wird komplett aus Wasserkraft gewonnen.

Ein weiterer Schritt ist die Einsparung von Plastik als Verpackungsmaterial. Bereits seit dem Frühjahr wird ein Großteil der Produkte in einer nachhaltigen Kartontasse angeboten. 2019 soll das weitere Kreise ziehen und etwa der Kunststoffanteil der Vogerlsalat-Tasse deutlich reduziert werden. "Allein damit können wir bei 1,2 Mio. Packungen insgesamt 3 t Kunststoff vermeiden", so Marketing- und Innovationsleiterin Angelika Günther.

Das LGV-Gärtnergschäftl ist "Bester Genussladen Wiens"

Wer gänzlich auf Kunststoffverpackung verzichten will, kann alles Gemüse im LGV-eigenen Gärtnergschäftl in der Wiener Kettenbrückengasse verpackungsfrei kaufen, das im November vom Genuss Guide 2019 als "Bester Genussladen Wiens" ausgezeichnet wurde. Hier werden neben den eigenen Produkten auch eine Vielfalt an regional und nachhaltig hergestellten Lebensmitteln von mehr als 90 heimischen Erzeugern angeboten und auch die Produktinnovationen getestet. Die nächste Sorte werden Ananas-Paradeiser sein, die nicht nur mit ihrem tropisch-fruchtigen Geschmack, sondern auch mit dem ananasähnlichen Aussehen die Kunden überzeugen sollen.

Gemüseraritäten ganz persönlich

Alle Raritäten der LGV werden seit dem Frühjahr im Handel als "Gärtnergemüse" von einer ganz persönlichen Seite vorgestellt. Sämtliche Verpackungen zeigen auf den ersten Blick, welche Familienbetriebe das jeweilige Produkt großgezogen haben. Von "Andreas Melanzani" über "Martins Mini-Gurken" bis hin zu "Stefans Mini San Marzano" sind insgesamt 25 Sorten mit ihren familiären Wurzeln klar erkennbar - ein weiterer Schritt der LGV, um Herkunft und Qualitätsgarantie des Wiener Gärtnergemüses transparent zu machen.